Israel entführt Gaza-Aktivisten in internationalen Gewässern

Der Überfall erfolgte westlich der griechischen Insel Kreta, die rund 1.000 Kilometer Luftlinie von Israel entfernt liegt. Mit einem Angriff war gerechnet worden, der Zeitpunkt und die Entfernung überraschten jedoch. Israelische Medien berichteten, die Flotte sei wegen ihrer Größe früh attackiert worden.
Die Organisatoren warfen Israel vor, Motoren und Navigationssysteme zerstört zu haben. Zudem seien Zivilisten auf beschädigten, manövrierunfähigen Schiffen zurückgelassen worden. Dies sei trotz eines herannahenden Sturms geschehen. Auch Kommunikationsverbindungen seien gestört worden.
Die israelische Armee äußerte sich dazu nur knapp. Sie verwies auf die Durchsetzung der Seeblockade des Gazastreifens, die als völkerrechtswidrig eingestuft wird. Man handele gemäß den Anweisungen der politischen Führung.
Teilnehmer berichteten, Schnellboote des Militärs hätten sich nachts genähert. Soldaten hätten Laser und halbautomatische Waffen auf sie gerichtet. Sie seien gezwungen worden, sich an den Bug zu begeben und auf Hände und Knie zu gehen.
Die Hilfsflotte war am Sonntag von Sizilien aus in See gestochen. An Bord waren Aktivisten aus zahlreichen Ländern. Die Organisatoren sprachen von der bislang größten Mission dieser Art. Ziel ist es, den illegalen Belagerungsring um Gaza auf See zu durchbrechen und humanitäre Hilfsgüter in den Küstenstreifen zu bringen.
Die „Global Sumud Flotilla“ war bereits bei ihrer Aktion im Herbst 2025 in internationalen Gewässern mehrfach angegriffen worden. Es kam unter anderem zu Drohnenangriffen, zu denen sich Israel aber nicht bekannte. Die mehr als 400 Aktivisten wurden später von israelischen Soldaten verschleppt und erst nach Tagen freigelassen. Sie berichteten von Misshandlungen während ihrer Gefangenschaft.
























