Zeitzeugengespräch mit Liselotte Holbeck

Als die Wehrmacht 1940 in die Niederlande einmarschierte, änderte sich das Leben von Liselotte Holbeck schlagartig. Sie lebte auf Java, in einer niederländischen Kolonie, wo sich ihre Familie plötzlich in einer prekären Lage wiederfand. Die politischen Umstände führten zur Inhaftierung ihres Vaters in einem Gefangenenlager auf Sumatra. Um den drohenden Gefahren zu entkommen, flohen Liselotte Holbeck und ihre Mutter in die Heimat der Großeltern nach Ulm. „Wir wussten lange nicht, ob mein Vater noch am Leben ist“, schildert sie die Situation. „Meine Mutter und ich mussten unser Haus räumen. Wir kamen quasi mit nichts an.“ Ulm war jedoch kein sicherer Hafen: Die Stadt wurde durch Bombenangriffe während des Krieges stark in Mitleidenschaft gezogen. An die Zerstörung und das schwere Leben nach Kriegsende erinnert sich Liselotte Holbeck noch sehr genau. Mit großer Besorgnis blickt sie auf die aktuellen Kriege: „Die Menschen sind vergesslich. Irgendwo wird es immer Kriege geben.“


























