[Doku] Wie China Promis und Milliardäre einfach verschwinden lässt: Jack Ma, Zhao Wei, Ren Zhiqiang

Was haben die Mulan Darstellerin, Der Gründer von Chinas Amazon, Und der mächtigste Großinvestor Chinas gemeinsam?
Stellt euch folgende Situation vor: Amazon Chef Jeff Bezoz kritisiert bei einer öffentlichen Konferenz die amerikanische Regierung. Er geht mit Präsident Joe Biden scharf ins Gericht. Er übt Kritik an seiner Wirtschafts- und Steuerpolitik und wirft ihm vor, seine verfehlte Politik gefährde den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes.
Kurz darauf später, wird Jeff Bezoz ins Weiße Haus einbestellt. Er muss sich vor Joe Biden persönlich rechtfertigen. Die Regierung verhängt Strafzahlungen gegen Amazon in Milliardenhöhe. Und wäre das noch nicht genug: Jeff Bezoz ist kurze Zeit später wie vom Erdboden verschluckt. Man hört und sieht von ihm über Monate hinweg kein Lebenszeichen.
Das klingt jetzt vielleicht wie ein diktatorischer Alptraum. Wie eine Dystopie aus der Feder von George Orwell.
Aber genau das ist im Reich der Mitte passiert. Jack Ma. Ist Gründer und CEO von Alibaba, dem Amazon Chinas. Einem der mächtigsten Konzerne Asiens.
Bei einer Konferenz Anfang 2020 kritisiert er die chinesische Regierung unter Xi Jingpping. Er wurde von der kommunistischen Partei einbestellt, Kurze Zeit später galt er ohne jegliche Spur als verschwunden. Bis zum heutigen Tag ist unklar, wo genau Jack Ma sich eigentlich aufhält.
Hier und da tauchen zwar einige Zeitungsartikel und Social Media Beiträge auf, die den Milliardär ablichten. Zum Beispiele dieses Video, das Jack MA zeigt, wie er einer Schule auf dem Land einen Wohltätigkeitsbesuch abstatte. Doch das Ganze mutet eher einem Entführungsvideo an.
Jack Mas rares Auftreten steht im krassen Widerspruch zu seinem gewohnten, bisherigen Verhalten. Der exzentrische Milliardär hat sich in den letzten Jahren nur allzu gern in den sozialen Netzwerken sich abfeiern lassen. Er hat sich wohl selber als Finanz-Rockstar gesehen und dieses Image auch öffentlich zelebriert.
Doch das änderte sich an dem Tag, als Jack Ma den Fehler begang die kommunistische Regierung zu kritisieren.
Jack Ma ist nur das prominenteste Beispiel, wie einflussreiche Milliardäre, Schauspieler und Künstler von der Bildfläche in den letzten Jahren einfach so verschwunden sind.
So auch der Immobilienmogul Ren Zhiqiang (Ren Chachang). Im März 2020 hat er in einem Essay die kommunistische Partei kritisiert – vor allem im Umgang mit der Pandemie. Staatschef Xi Jingping hat er sogar als Clown bezeichnet.
Er verschwand kurze Zeit später und war für Wochen wie vom Erdboden verschluckt. Bis dann die Regierung offiziell verkündete, dass Ren Zhquiang wegen Korruption, Bestechung, Veruntreuung und Machtmissbrauchs, auf 18 Jahre Gefängnis verurteilt wurde. Was an den Vorwürfen wirklich dran ist, lässt sich ohne Zweifel nicht wirklich beurteilen.
Doch nicht nur vor Milliardären macht die kommunistische Partei keinen Halt mehr. Sie geht auch neuerdings strikt gegen Schauspieler und Künstler vor, die sich in Augen der chinesischen Regierung etwas zu schulden kommen haben lassen.
Bekanntestes Beispiel Zhao Wei. Die junge Chinesin ist auch im Westen zu Ruhm gelangt, nachdem sie im gleichnamigen Disney Blockbuster die Kriegsheldin Mulan verkörperte. Doch im August 2021 wird ihre Existenz aus dem chinesischen Internet geradezu ausradiert. Ihre Profile auf sozialen Medien, Verweise, Einträge in Filmdatenbanken werden von einem Tag auf den anderen ausgelöscht.
Es gibt noch etliche weitere berühmter Beispiele, die der kommunistischen Partei zum Opfer gefallen sind: Beispielsweise die Milliardärin Whitney Duan. Sie ist 2012 für mehrere Jahre von der Bildfläche verschwunden, kurz nachdem sie der New York Times ein kritisches Interview gab. Am 27. Januar 2017 verschwand Multimilliardär Xiao Jianhua aus dem Nobelhotel Four Seasons in Hongkong. Es wird spekuliert, dass er von der chinesischen Polizei verhaftet und auf das Festland verschleppt worden sei. Bis heute gibt es von Xiao kein Lebenszeichen.
Chinas Superstar und berühmteste Schauspielerin Fan Bingbing ist im Jahr 2018 ohne eine Spur verschwunden. Später kam raus, es handelte sich wohl angeblich um Steuerhinterziehung. Der chinesische Künstler und Aktivist Ai Weiwei ist 2011 für drei Monate verschwunden als der Regierung kritisiert hatte. Der Menschenrechtsanwalt Wang Quanzhang ist sogar für 3 Jahre von der Bildfläche verschwunden, nachdem ihm „subversives Staatsversagen“ vorgeworfen wurde.
Jetzt sollte man sich bewusst sein. Natürlich sind Multimilliardäre keine Unschuldslämmer. Eine Politik, die sich traut Korruption bei mächtigen Konzerne und Milliardäre zu bekämpfen, ist ja erste einmal begrüßenswert.
Doch diese Beispiele machen klar: Die Kommunistische Regierung unter Xi Jingping geht es nicht nur um Korruptionsbekämpfung.